Lufttransportgeschwader  63

 LTG 63

 

 Die letzte Inspektion einer

Transall auf dem Fliegerhorst Hohn

Die Transall mit der Kennung „50/79“ ist die letzte Transall, die in der Werft des Fliegerhorstes Hohn zur routinemäßigen Inspektion auseinandergenommen wurde.  Gebaut 1968 bis 1971 ist die C-160 Transall quasi die Oldtimer im Lufttransport, aber immer noch voll im Einsatz.  

"Ursprünglich gab es 90 Maschinen“, erklärte Oberstabsfeldwebel Alexander Peters, Pressesprecher des LTG 63 Hohn. „Heute sind es noch ganze 15, und ab 2021 nur noch 9. Da wird einem bewusst, dass der Abschied näher kommt.“


Das Ende des LTG 63 zum Ende des Jahres 2021 ist bereits seit langem beschlossene Sache. Doch mit der letzten Inspektion einer Transall rückt es noch einmal deutlicher ins Bewusstsein.
Jede Transall musste nach entweder 18 Monaten oder 900 Flugstunden gründlich gewartet werden. Dafür waren 50 Arbeitstage angesetzt, bei größeren Schäden auch mehr. Die „50/79“, Baujahr 1971, war zuletzt im Niger im Einsatz.

Der Wüstensand hinterlässt deutliche Spuren“, sagte OstFw Peters. „Er setzt sich in jede noch so kleine Ritze. Deshalb muss jede Klappe geöffnet, Teile ausgebaut, überprüft und wieder eingebaut werden. Da läuft auch die letzte Inspektion genauso ab wie jede andere vorher. Schließlich geht es hier um Sicherheit. Die Wartungsarbeiten werden computerüberwacht, und nach dem „4-Augen-Prinzip“ kontrolliert. Deshalb finden am Schluss der Wartung eine Endabnahme und ein Nachprüfflug  statt. Erst danach geht es wieder in einen neuen Einsatz.“

OstFw Peters im Gespräch mit Sylvia Prüßmann

Die Aufgaben der Transall sind auch heute noch vielseitig. In erster Linie bestehen sie aber aus Einsätzen als „fliegendes Lazarett“ (Med-Evac-Flüge), als Unterstützung bei der Katastrophenhilfe und als logistische Unterstützung von Truppen. „Die Aufträge werden spezieller“, erklärte OstFw Peters. „Und solange die Transall noch im Dienst ist, werden diese Aufträge sorgfältig ausgeführt.“

Am anderen Ende der großen Halle stehen weitere Gerüste. „Dort werden die Transalls ausgeschlachtet und zum Verschrotten vorbereitet“, sagt Peters. „Ich war selbst anwesend, als die erste Transall dort ihr Ende fand. Es dauert ungefähr zwei Stunden bis die Maschine komplett leer ist. Ich konnte nicht bis zum Schluss dabei bleiben, denn es war ausgerechnet die Maschine, mit der ich selbst meinen ersten Flug hatte. Die Transall ist eine ganz besondere Maschine. Sie fliegt auch, wenn sämtliche Elektronik an Bord ausfällt. Aber alles hat seine Zeit. Und die Zeit der Transall geht jetzt dem Ende entgegen.“


648 Dienstposten gibt es auf dem Fliegerhorst Hohn. Davon 82 Zivilisten. Doch die Zahl ist stetig am sinken. Die ersten Versetzungen wurden bereits ausgesprochen. Nicht jeder ist davon begeistert, doch Fachkräfte werden auch gezielt an anderen Standorten eingesetzt. 


Ein kleiner Personalbestand wird weiterhin in Hohn bleiben. Die Anzahl an Dienststellen ist aber noch ungewiss. Der Fliegerhorst ist ein „Nato-Standardplatz“, und wird auch weiterhin als Ausweichplatz unter anderem auch für Jagel zur Verfügung stehen. Um auch größeren Maschinen eine Landemöglichkeit zu bieten, werden derzeit Bodenarbeiten zur Verstärkung der Start- und Landebahnen durchgeführt.

Am 12. Juni 2021 findet in Hohn der „Tag der Bundeswehr“ statt. Damit bekommen nicht nur die Hohner die Möglichkeit, sich von der Transall und einem Stück Kindheitserinnerung zu verabschieden.

Ende September 2021 erfolgt dann der „Flyout“, und am 31. Dezember 2021 endet schließlich die Ära der Transall.

Persönliche Anmerkung: Wenn irgendwann der letzte Airbus A 400 M (Nachfolger der Trall) zum Schrottplatz geflogen wird....wird dort eine Transall bereit stehen, damit der Pilot nach Hause fliegen kann.