18. Kropper Herbstgespräche

19.11.2018

SPR

Vlnr: Gesundheitsminister SH Dr. H. Garg, Frau Dr. Bethge, Bürgermeister H.-J. Lütje aus Büsum, Moderator Carsten Kock (RSH) 

"Herr Doktor, wo bleiben Sie denn?" Unter diesem Motto fanden in diesem Jahr am Mittwoch d. 14. November die 18.ten Kropper Herbstgespräche statt.

Rund 200 vom HHG Kropp geladene Gäste waren in das Autohaus Thomsen gekommen, um sich über die ärztliche Versorgung auf dem Lande zu informieren. Innerhalb der nächsten 5 Jahre werden ein Drittel der ca. 1900 Hausärzte in Schleswig-Holstein in Ruhestand gehen. Wie sicher ist die ärztliche Versorgung dann noch?

Nach einer amüsanten Einführung in das Thema durch Gastgeber Carsten Saß, Vorsitzender des Vereins Handel, Handwerk und Gewerbe Kropp, der dabei Parallelen zwischen Auto- und Gesundheitsbranche aufzeigte, übernahm Carsten Kock die weitere Moderation der Fachgespräche zwischen Gesundheitsminister Heiner Garg, Dr. Beate Bethge aus dem Fachärztezentrum "Gorch Fock" in Kropp und Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje aus Büsum.

Heiner Garg nannte die Budgetierung im Gesundheitswesen ein großes Problem, da niedergelassene Ärzte gewisse Leistungen nicht bezahlt bekommen. Auch Dr. Beate Bethge bemängelte, dass sie nicht entscheiden könne, wie sie das Budget aufbrauche. "Kropp hat zur Zeit noch eine gute ärztliche Versorgung", so die Ärztin, "aber in 5 bis 10 Jahren wird es eng. Die jüngere Generation will Planungssicherheit, deshalb wir es schwer werden einen Nachfolger zu finden. Dann ist das Angestelltenverhältnis gefragt."

Hierzu äußerte sich Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje, der das "Büsumer Modell" vorstellte. Dort richtete 2015 die Gemeinde das bundesweit erste kommunale Ärztezentrum ein, in dem die Ärzte als Angestellte fungieren. Die Verwaltungsaufgaben übernimmt die Ärztegenossenschaft Nord. Die Ärzte selbst hätten zudem feste Arbeitszeiten und ein sicheres Gehalt. Auch Dr. Beate Bethge sieht in diesem Modell die Zukunft für Kropp.

Gesundheitsminister Heiner Garg meinte dazu: "Von Büsum kann man lernen gesetzgeberische Möglichkeiten für die Zusammenarbeit von Kommunen und Ärzten zu schaffen. Wir müssen mit allen Playern vor Ort eine Lösung finden." Zur Anschubfinanzierung derartiger Projekte hat die Landesregierung bereits einen Versorgungssicherungsfonds mit fünf Millionen Euro im Jahr eingerichtet.

Auch die Behandlung über das Internet kam ins Gespräch. Sie könne eine Brücke zwischen ambulanter und stationärer Behandlung bauen. Das sei aber nur mit einer stabilen Internetverbindung möglich, so der Gesundheitsminister. Dr. Beate Bethge wies darauf hin, dass eine solche Möglichkeit allerdings keine Zeitersparnis für Ärzte mit sich bringe.

Für Unterhaltung nach dem Gespräch sorgte das Duo "Vielsaitig" mit Songs bekannter Liedermacher.

Für die tolle Bewirtung aller Gäste sorgte das bekannte Team von PST-Events.

Ein Garant für gelungene Events: Das PST-Event-Team

Die 18.ten Kropper Herbstgespräche - ein voller Erfolg mit einem interessanten und wichtigen Thema über die zukünftige Ausrichtung der medizinischen Versorgung ausserhalb der Ballungsgebiete.

Fotos: Ingo Paulsen

SL-Süd-Online 2018