Böklund - Denmark Challenge 2018

22.08.2018

PvH

Unter dieser Bezeichnung findet zur Zeit eine Radsportveranstaltung statt, die als Rundtour von Dänemark nach nach Schleswig-Holstein und wieder zurück nach Dänemark führt.

In Kopenhagen gestartet fahren die ca. 60 Teilnehmer mit ihren Rädern fast 650 Kilometer in 7 Tagen.

Das Besondere daran sind die Radfahrer selbst. Alle Teilnehmer sind zu einem kleinen Teil aktive Soldaten, zum größten Teil aber Veteranen. Viele von Ihnen haben Auslandseinsätze mit entsprechenden Spätfolgen hinter sich, bzw. wurden bei Manövern, Übungen oder auf andere Weise während ihrer Dienstzeit verletzt. Wir reden hier sowohl von seelischen als auch von körperlichen "Einsatzfolgen" wie Prothesen oder Einschränkungen z.B. durch Schussverletzungen, welche man den Teilnehmern auf den ersten Blick nicht ansieht. Teilnehmer aus den USA, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden und Australien haben sich gemeldet um daran teilzunehmen.


Hauptmann Julian Tatje, Trainer und Therapeut der Bundeswehr Sportschule, erzählte: " Es sind nur normale Fahrräder an den Start gegangen. Der Transport von Liegerädern oder von speziellen Bikes z. B. Aus Amerika war zu teuer."

v.l.n.r. Hptm Julian Tatj, Uwe Baurhenne

In zwei Gruppen kamen sie angeradelt. Angeführt jeweils von einem Dänischen Motorrad machte ein Bundeswehrfahrzeug als Unterstützung den Abschluss der jeweiligen Gruppe. Einen Zwischenstopp machten sie heute in Böklund, wo Bürgermeister Jürgen Steffensen und Uwe Baurthenne sie im Schützenheim willkommen hießen

v.l.n.r Uwe Baurhenne, Bürgermeister Jürgen Steffensen

Ohne helfende Hände.....

...und Sponsoren, sind derartige Veranstaltungen nicht möglich

Dort stärkten die Radler sich mit Getränken, Würstchen, Brot und Salaten, bevor sie sich wieder auf den Weg machten. Ihre Route führt nun, heute aus Padborg kommend, nach Eckernförde und dann weiter nach Kiel. Dort ist für Morgen ein Sightseeing-Tag eingeplant, bevor ihre Tour sie von dort nach Puttgarden und dann zurück nach Dänemark führt.

"Die Vorbereitungen für diese Strecke hat jeder Einzelne für sich gemacht", wurde uns noch erzählt. "Deshalb fahren sie auch in zwei Gruppen, die eine ist etwas schneller unterwegs. Doch alle sind mit vollem Einsatz dabei."

Das war deutlich zu spüren. Dennoch waren die Teilnehmer allesamt gut gelaunt und genossen die kleine Pause.

Davon konnten wir uns selbst in einigen Gesprächen mit Ihnen überzeugen - auch wenn wir unsere Gesprächspartner ob ihrer schnellen englischen Rede zwischendurch etwas einbremsen mussten....aber an Ende klappte die Kommunikation doch ganz gut.

Auf geht´s zum Tagesziel, dem Marinestützpunkt Eckernförde

Persönliche Anmerkung des Autors:

In den meisten Ländern unserer Nato-Verbündeten wird ein sehr viel freundlicherer und engagierterer Umgang mit Veteranen gepflegt als es bei uns der Fall ist - dessen Ursache zweifelsohne in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts und dem Umgang mit dem Themen Militär und Krieg zu finden ist.

Natürlich wünschte auch ich mir eine friedliche Welt ohne jegliche gewaltsame Konflikte. Die Geschichte der Menschheit lehrt uns jedoch, dass das offensichtlich bis heute nicht möglich ist.

Um so wichtiger ist es, den Menschen, welche für uns alle "den Kopf hinhalten", Respekt zu zollen und Ihnen, sowie ihren Familien im Falle einer "Einsatzverletzung" zu helfen und sie nicht zu vergessen.

© SL-Süd-Online 2018