Bürgermeister Conrath und Kommodore Ploog - Jobtausch der besonderen Art

24.04.2019

SPR / PvH

Oder: Wenn der Kommodore Bürgermeister und der Bürgermeister Kommodore wird. Unter diesem Motto fand am Mittwoch, dem 24.April ein ganz besonderer Jobtausch statt.

Bereits um kurz nach 8 Uhr trafen sich Oberst Kristof Conrath, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 "Immelmann" und Kropps Bürgermeister Stefan Ploog zu einem ganz besonderen Ereignis. Um die Zusammenarbeit von Geschwader und Gemeinde zu vertiefen, hatten beide beschlossen, jeweils für ein paar Stunden die Rolle des Anderen zu übernehmen.

Am Morgen übernahm Oberst Conrath den Part des Bürgermeisters. Als erstes stand eine Fachbereichsleiterbesprechung an. Dann folgte ein Rundgang durch das neue noch im Bau befindliche Rathaus. Dabei stellten sich beide der Presse für Fotos und Fragen zur Verfügung.

Oberst Conrad, statt in Uniform mit Hemd und Sakko bekleidet, erwiderte auf die Frage, ob das Amt des Bürgermeisters sich extrem von seinem Beruf unterscheiden würde: " Im Grunde hat beides sehr viel Ähnlichkeit miteinander. Große Unterschiede habe ich nicht gesehen. In beiden Berufen gibt es eine ähnliche Verwaltung mit gleichen Problemen und verschiedenen Menschen, auf die man sich einstellen muss."

In den Räumen des neuen Rathauses v.l.n.r. Bürgervorsteher K. Lorenzen, Bürgermeister S. Ploog, Oberst Conrath.

Auf die Frage, ob er sich jemals etwas Anderes als seinen jetzigen Beruf vorstellen konnte, meinte er lachend: " Ich wollte schon immer fliegen. Egal, ob bei der Bundeswehr oder im Privatbereich. Dieser Wunsch wurde mir hier erfüllt und mir gefällt es so, wie es jetzt ist. Es gab zwischendurch immer mal ein auf und ab, aber das gibt es überall. Ich bin zufrieden mit meiner Berufswahl."

Auch Bürgermeister Stefan Ploog erzählte kurz von seiner Dienstzeit bei der Bundeswehr 1988 beim (inzwischen aufgelöstem) JG 41 in Husum. Danach gefragt, ob er sich hätte vorstellen können, dabei zu bleiben, antwortete er: " Ich hatte tatsächlich daran gedacht. Doch bei der dann anstehenden Ausbildung hätte ich alle drei Monate umziehen müssen. Das und einige andere Dinge auch im Privatbereich haben mich dann davon abgehalten. Jetzt bin ich hier in Kropp, und da fühle ich mich wohl."

Im Anschluss an die Führung durch das Rathaus standen ein Besuch beim Neubau des Kindergartens und beim Klärwerk an. Der Jobtausch soll sowohl dem Kommodore als auch dem Bürgermeister ein Stück vom jeweiligen Alltag repräsentieren.

Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen des Taktische Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann" auf dem Flugplatz Jagel.

Wir fanden Bürgermeister - nein, Kommodore Ploog, diesmal im olivgrünen Overall, im Flugsimulator. Oberst Conrath erzählte, dass 70 Flugstunden im Jahr abgeleistet werden müssen, davon 40 im Realflug und 30 im Simulator. Also zwar nicht alltäglich, aber doch reine Routine. Aber auch, wenn ein Bürgermeister nicht fliegen können muss, so hat sich Bürgermeister Ploog doch wacker geschlagen.

Bei dem anschließenden Antreten durfte der "Kommodore Ploog" zwei Auszeichnungen überreichen. Der Bestpreis für besondere Dienste wurde verliehen an Fliegerarzt Dr. Thomas Hecht und an Oberstleutnant Phil Salzer. Diese Auszeichnungen waren ohne Urkunde und durften deshalb an diesem Tag von einem Außenstehenden überreicht werden.

Zum Abschluss baten wir Kommodore Conrath und Bürgermeister Ploog noch einmal um ein kurzes Fazit. Beide betonten wiederum, dass der größte Unterschied in der Hierarchie liegt. Und das in zweierlei Hinsicht. Während Bürgermeister Ploog nach unten hin Fachbereichsleiter oder Sachbearbeiter hat, mit denen er direkt zu tun hat, so gibt es beim Kommodore noch verschiedene untergeordnete Rangfolgen. Und auch über dem Kommodore stehen noch höhere Ränge, während beim Bürgermeister das Ende ist.

Auch wollen beide mit diesem Jobtausch Präsentation nach außen zeigen. Sie legen Wert darauf, die Verbundenheit zwischen Gemeinde und Bundeswehr zu intensivieren. Kropp wäre ohne das Taktische Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann" ein ganz anderes Kropp, und die "Immelmänner", wie sie von den Kropper Bürgern und Bürgerinnen schon fast liebevoll genannt werden, wissen das zu schätzen.

Oberst Conrath sagte zwischendurch einmal: " Wir haben mit der Gemeinde eine gute Beziehung. Aber auch gute Beziehungen müssen gepflegt werden. Und wir als Bundeswehr wollen nicht außen am Zaun stehen, sondern mittendrin sein."

Dafür war dieser Tag wie geschaffen.

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