China - 210 Tage hinter Gittern

24.03.2018

Dieses Buch hat wirklich in sich und es lässt einen bis zum Ende nicht mehr los.

Der Autor H. Özyol ist der Sohn türkischer Eltern. Nach der Ausbildung zum Metallbauer war er seither für verschiedene Firmen tätig, auch im europäischen Ausland.

Seine Berufserfahrung führt letztlich zu einem Vertrag mit einer deutschen Firma, die an einem Tunnelbauprojekt in China beteiligt war. Fern von seiner Familie wurde er schon bald nach seiner Ankunft in China verhaftet und kam in ein chinesisches Gefängnis. Als einziger Ausländer musste er mit 40 Mann in einem 80-Quadratmeter-Raum auf seinen Prozess warten. Von diesem traumatisierenden Lebensabschnitt berichtet er in seinem autobiografischen Werk.

256 Seiten
Erschienen im @Books on Demond Verlag

Unter der ISBN-13 978-3744836548 sowohl beim Verlag, als auch im Buchhandel online zu bestellen.

Vorwort

Mit großer Freude, ebensolcher Hoffnung und insbesondere

auch mit banger Sorge und Schmerzen im Herzen habe ich mich

darangemacht, die Geschichte über den bisher dunkelsten

Abschnitt meines Lebens aufzuschreiben.

Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort und schätzte die

Situation völlig falsch ein!

Aus diesem Grund musste ich eine der schrecklichsten

Erfahrungen machen, die ein Mensch durchleiden kann. Diese

Einschätzung ist natürlich rein subjektiv - ich bin mir

bewusst, dass es Menschen gibt, die wesentlich Schlimmeres

erlebten, als das, was ich meinen Tagebüchern entnommen

habe, um es in diesem Werk zu verewigen.

Dennoch: Schon darüber zu schreiben, erinnert mich an diese

bedrückende Zeit. Eine Zeit in der mein ganzes Denken und

Streben einzig und allein darauf ausgerichtet war, wieder

nach Hause zu kommen. Noch heute, zwei Jahre später,

überfallen mich die Erinnerungen Tag und Nacht. Ein Teil

meiner kostbaren Lebenszeit wurde mir genommen -

unwiederbringlich - und doch geht es in meiner Geschichte

vor allem um Hoffnung!

Man hatte mich - unter schlimmsten Bedingungen und für

ungewisse Zeit - verhaftet; mich Tag und Nacht gedemütigt,

über mich hergezogen, mich geschlagen und mich hungern

lassen, aber meinen Überlebenswillen konnte niemand brechen.

Mag sein, dass ich damals von vielen unbeachtet, vergessen

und wie weggeworfen war, doch für einige ganz bestimmte

Personen war dies nicht der Fall. Streckenweise hatte es

sogar den Anschein, dass mich in jener Zeit ein unsichtbarer

Mantel umgab, der mich rund um die Uhr beschützte...

Wieder und wieder habe ich mich in dieser schwierigen - und

phasenweise aussichtslosen Zeit - aufgerafft und

durchgehalten, um eines Tages wieder ein ganz normales Leben

in Deutschland führen zu können.

Natürlich erzählte ich meinem engeren Umfeld das eine oder

andere über die Erfahrungen, die ich in China gemacht hatte;

aber meine Seele fand keine Ruhe und drängte nach außen. Ich

hoffe, durch mein Buch werden meine Erlebnisse anschaulich

und damit auch für Außenstehende verständlicher. Wie ich es

zurück in mein »neues, altes Leben« geschafft habe, davon

will ich auf den folgenden Seiten berichten.

Mit Genehmigung des Autors

Co/by Redaktion SL-Süd-Online 2018