Energiewende - 380 KV-Trasse „Mittelachse“ nimmt Formen an

09.04.2019

PvH

Wenn man auf der L-40 zwischen Meggerdorf und Kropp unterwegs ist, kann man seit einigen Wochen auf den Feldern zwischen Klein-Bennebek und Kropp Bauarbeiten verfolgen. Zunächst wurden Zufahrten über mehrere hundert Meter so wie die Bauplätze mit stabilen Stahlplatten in den Maßen 1,80m x 5 m ausgelegt um den Boden zu schonen.

Danach folgten Ungetüme, welche Stahlrohre mit 70 cm Durchmesser bis zu 30m in den Boden rammten, bevor in diese Rohre dann Beton gegossen wird, der mit zahlreichen Betonmischwagen heran gefahren wird. Es handelt sich dabei um die Fundamente für 50m hohe Strommasten, welche später die Stromleitungen der zukünftigen 380-KV-Trasse "Mittelachse" tragen.

Bereits seit 1971 läuft eine 220-KV-Trasse zwischen Dänemark und Hamburg, welche jedoch in Zeiten der Energiewende nicht mehr ausreicht. Da man nun nicht einfach ein paar neue Freileitungen an alte Masten hängen kann, wurde im Mai 2018 mit dem Ausbau der "Mittelachse" im Abschnitt Schacht-Audorf / Flensburg begonnen, und betrifft die Gemeinden Osterrönfeld, Schülldorf, Schacht-Audorf, Ostenfeld, Rade, Borgstedt, Rickert, Alt Duvenstedt, Owschlag, Tetenhusen, Kropp, Klein Bennebek, Börm, Groß Rheide, Ellingstedt, Hüsby, Schuby, Lürschau, Jübek, Bollingstedt, Langstedt, Tarp, Oeversee und Handewitt.

Im Übrigen gibt es in Schleswig-Holstein was Strommasten angeht keinen gesetzlichen Mindestabstand wie es ihn für Windkraftanlagen gibt. Es müssen allerdings Grenzwerte für Geräusch-Emissionen und Grenzwerte des Bundesamts für Strahlenschutz eingehalten werden.

Die Monteure, welche unter anderem aus Österreich, Frankreich und Portugal anreisen, leben während der gesamten Montage in den umliegenden Gemeinden. Auf diese Weise profitieren auch Vermieter von Ferienwohnungen und Pensionen von den umfangreichen Arbeiten, welche im Rahmen der Energiewende notwendig sind. 2020 soll der erste Strom durch die insgesamt 150km lange Trasse "Mittelachse" fließen.

Wenn nun zahlreiche Menschen ihre Abneigung gegen Windkraftanlagen, Solarfelder und den damit notwendigen neuen Stromtrassen kommunizieren, dann sollten diese Menschen auch immer die Alternative im Hinterkopf behalten. Und diese Alternative wären Kraftwerke für fossile Brennstoffe oder AKW´s....irgendwo muss der Strom, den wir alle für unseren Wohlstand (ver)brauchen, halt herkommen.

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