Kropp ist wieder komplett

08.06.2019

SPR / PvH

Der 06. Juni 2019 geht als den Tag in die Geschichte Kropps ein, an dem Kropp durch die Eröffnung des Rathauses wieder komplett wurde.

Kurzer Rückblick:

1967 wurde das "alte" Rathaus nach den damals üblichen Anforderungen gebaut und als Mittelpunkt von Kropp eröffnet. Durch eine Änderung der Vorschrift und einer damit einhergehenden vorgeschriebenen Mindestgröße an Einwohnerzahl wurde aus den Ämtern Kropp und Stapelholm am 1. Januar 2008 durch Fusion das Amt Kropp Stapelholm. Dadurch wuchsen automatisch auch die Anforderungen an dem alten Rathaus. Als in dem alten Gebäude erhebliche Mängel aufgewiesen und starker Schimmelbefall im Keller festgestellt wurde, beschloss die Gemeindevertretung am 26.04.2016 den Abriss des alten Rathauses und einen kompletten Neubau.

Bereits im Sommer 2017 wurde das 50 Jahre alte Gebäude abgerissen. Acht Monate später, am 10. April 2018 wurde mit einer feierlichen Zeremonie die Grundsteinlegung begangen, indem die Zeitkapsel mit Zeugnissen der aktuellen Zeit in den Grundstein gelegt wurde. Ein gutes halbes Jahr später, am 19. Oktober 2018 wurde dann schon das Richtfest gefeiert.

Und jetzt, nach zwei Jahren Bauzeit konnte die offizielle Eröffnung des neuen Rathauses gefeiert werden. Mehr als 175 Gäste waren der Einladung gefolgt. Darunter waren der Innenminister der Landesregierung Hans-Joachim Grote, Frau Dr.Monika von Hassel, Kreispräsident Ulrich Brüggemeier, Oberst Kristof Conrath, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 "Immelmann", Amtsvorsteher für alle Kommunen des Amtes, Bürgermeister aus umliegenden Gemeinden, Bürgervorsteher Klaus Lorenzen, Gemeindevertreter und Vertreter von Vereinen und Verbänden aus Kropp.

Frau Dr. von Hassel (links, im Gespräch mit Bürgermeister Ploog) ist nicht nur dem Immelmann-Geschwader, sondern auch der Gemeinde Kropp-Stapelholm seit vielen Jahren verbunden

In seiner Rede bedankte sich Bürgermeister Stefan Ploog bei allen Beteiligten, vor allem aber bei allen Angestellten des Amtes, die während der zwei Jahre der Bauphase im Provisorium auf engstem Raum arbeiten mussten. Er erklärte, das neue Rathaus sei nach den neuesten energetischen Vorschriften gebaut, barrierefrei, habe helle und arbeitsfreundliche Räume. Neben dem Trauzimmer und Tagungsräumen gibt es auch einen Ratssaal, in dem die Eröffnungsfeier stattfand. Durch verschiebbare Trennwände kann der Raum verkleinert werden und so Platz für mehrere gleichzeitig stattfindende Veranstaltungen bieten. Scherzhaft fügte er hinzu: "Wenn Kropp weiter wächst sind auch in diesem Rathaus die Büros groß genug für eine mögliche Doppelbelegung."

Bürgervorsteher Klaus Lorenzen gab in seiner Rede einen kurzen Rückblick auf die Zeit vor und während der Bauphase. Er sei froh, dass endlich wieder alles unter einem Dach sei. "Es gibt eine alte Weisheit", so Klaus Lorenzen, "die Umgebung prägt den Menschen. Und die Umgebung des neuen Rathauses wird uns alle prägen, damit wir auch die Zukunft mit neuen Ideen gestalten können."

Der Innenminister Hans-Joachim Grote nannte das Gebäude einen Ort der Begegnungen, an dem durch gemeinsame Konversation von Haupt- und Ehrenamt Visionen und Ideen geschaffen werden um die Zukunft damit maßgeblich zu gestalten. "Ich wünsche diesem Haus, dass hier gestritten wird. Denn wenn gestritten wird führt es fast immer zu etwas Gutem."

Auch Kreispräsident Ulrich Brüggemeier überbrachte Grüße und Wünsche des Kreises Schleswig-Flensburg, und meinte: " Mit der Eröffnung des neuen Rathauses beginnt praktisch ein neues Zeitalter für Verwaltung und Politik. Denn man hat ab sofort viel mehr Platz, zwei Jahre Provisorium sind vorbei. Also kann alles nur besser werden. Und das haben sich die 5. größte Gemeinde im Kreis SL-FL und das an Einwohnern größte Amt auch verdient." Weiter ergänzte er: "Aber nicht das Gebäude allein ist der Schlüssel für Erfolg, vielmehr das Team - und daran müssen wir alle arbeiten - auch nach der Fertigstellung. Denn trotz Digitalisierung, zeitgemäßem Service der Verwaltung werden längst nicht alle Bürger und Bürgerinnen auf die persönliche Beratung vor Ort verzichten."

Die Vertreterin des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages, der Interessenvertretung von Gemeinden, Ämtern und Zweckverbänden, Frau Petra Bülow, überbrachte Glückwünsche und Grüße. Ebenso Amtsvorsteher Ralf Lange. "Das neue Rathaus ist nicht nur wichtig für Kropp", betonte er, "es ist Mittelpunkt für das gesamte Amt Kropp Stapelholm."

Auch Oberst Kristof Conrath äußerte in einer kurzen Rede seinen Glückwunsch. "Die Soldaten und Soldatinnen der Kai-Uwe-von-Hassel Kaserne wurden und werden hier in Kropp immer herzlich aufgenommen", sagte er. "Viele von uns haben hier mittlerweile ihren Lebensmittelpunkt gefunden. Wir fühlen uns einfach dazu gehörend, wie ein Teil der Gemeinde."

Carsten Saß, Vorsitzender des HHG Kropp, verglich Kropp in seiner Rede mit einem 1000 teiligen Puzzle. "Stellen Sie sich vor, Sie haben 999 Teile fertig. Aber ein Teil fehlt. Niemand schaut auf die fertigen Teile, denn alle sehen nur das eine fehlende Stück. So war es in Kropp. Alles war da, nur das Rathaus nicht. Egal, ob Sie auf die Karte geschaut haben oder bei Google Earth: in Kropp gab es eine Lücke. Kropp war irgendwie nicht so ganz Kropp. Doch ab heute ist die Lücke wieder geschlossen. Das Puzzle ist vollständig. Kropp ist wieder komplett."

Die letzte kurze Rede wurde von Frau Dr. Monika von Hassel gehalten. Sie bezog sich erst einmal auf den 16. September 1997. An dem Tag bekam die Kaserne in Kropp ihren jetzigen Namen: Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne, benannt nach dem ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein und Bundesverteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel (1913 - 1997) "Ich habe damals nicht gewusst, welche tiefe Bindung ich eines Tages zu Kropp aufbauen würde, doch Kropp ist mir in den vielen Jahren ans Herz gewachsen. Es ist mir eine Ehre und Freude hier sein zu dürfen." Sie überreichte als Geschenk einen Holzschnitt, die "Singenden Fischer" von Friedrich Karl Gotsch. "Ich habe diese Bild an unserem ersten Hochzeitstag von meinem Mann geschenkt bekommen. Seit dieser Zeit hat es immer einen Ehrenplatz bei mir zu Hause. Jetzt hoffe ich, dass es auch hier in Kropp im neuen Rathaus einen besonderen Platz bekommt." Im Anschluss an dieser Übergabe erläuterte Dr. Thomas Gädeke, Kunsthistoriker aus dem Schloss Gottorf, die Bedeutung dieses Bildes und das Leben des Künstlers Friedrich-Karl Gotsch.

Zu guter Letzt erfolgte dann endlich die symbolische Schlüsselübergabe durch den Architekten Herrn Vogt vom verantwortlichen Architekturbüro AC-Contor an Bürgermeister Stefan Ploog und Bürgervorsteher Klaus Lorenzen.

Für die musikalische Unterhaltung während und nach den Ansprachen sorgte eine Combo der Big Band der Freiwilligen Feuerwehr Kropp.

Zum Abschluss gab es im Foyer und im ersten Stock des Gebäudes ein Buffet mit Currywurst und Fingerfood sowie Getränke, so dass man bei einem Rundgang durch das neue Rathaus überall gut versorgt war. Und die Gäste nutzten diese Gelegenheit auch um mal wieder mit anderen ins Gespräch zu kommen.

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