Ortskernentwicklungskonzept der Gemeinde Erfde

15.02.2018

Erfde ist der südlichste ländliche Zentralort des Kreises Schleswig-Flensburg und liegt im Amtsgebiet Kropp-Stapelholm. Mit den Ortsteilen Bargen, Ekel, Erfderfeld, Grevenhorst und Scheppern und einer Gesamtfläche von 33,95km² stellt Erfde das größte Dorf in der Landschaft Stapelholm dar. Auf das gesamte Bundesland gesehen, weist Erfde eine zentrale Lage auf. Die Gemeinde liegt im Schnittpunkt zwischen den Kreisstädten Husum, Schleswig, Heide und Rendsburg. Die Entfernungen betragen jeweils jedoch mindestens 22 km. Dadurch und durch die ländliche Prägung des Umkreises bedingt, greifen die Umlandgemeinden in hohem Maße auf die Einrichtungen Erfdes im Bereich Nahversorgung, Bildung, Freizeit und Kultur zurück. Das Einzugsgebiet der Gemeinde ist demnach recht groß und kreisübergreifend. (Auszug Inspektour)

Erfde ist mit einem guten Angebot an Nahversorgung, Dienstleistungen und Einrichtungen ausgestattet. Doch um Zentralort bleiben zu können, sieht die Gemeinde eine große Herausforderung in der positiven Ortsentwicklung. Die Anpassung an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Entwicklungstrends ist die eine Voraussetzung, ein nachfragegerechtes und attraktives Angebot die weitere Voraussetzung für die Zukunft Erfdes.

So wurde das Orts(kern)entwicklungskonzept (OEK) unter Beteiligung der Bevölkerung und der politischen Gremien der Gemeinde aufgrund einer umfangreichen Situationsanalyse entwickelt. Es ist nicht rechtsverbindlich, kann aber als Entscheidungsgrundlage dienen. Um dauerhaft als attraktiver Wirtschafts- und Lebensraum bestehen zu können, wurden sechs Handlungsfelder erstellt: Mobilität, Wirtschaft, Infrastruktur, Natur und Freizeit, Ortsbild und Kommunikation und Vernetzung. In diesen Bereichen sieht die Gemeinde eine Handlungsnotwendigkeit. Unter der Beteiligung der Gemeindevertreter und Bürger wurde ein Maßnahmenkatalog erstellt, der von der Gemeinde als "Ideenbörse" genutzt werden kann um das Ziel oder die Vision Erfdes wahr werden zu lassen:

Erhalt und Stärkung der Attraktivität Erfdes als Wirtschafts- und Lebensraum.

Eine gleichzeitige Realisierung möglichst aller Punkte ist für die Gemeinde aus finanziellen und zeitlichen Gründen nicht möglich. Deshalb werden Projekte, statt sie "halbherzig" auszuführen, zeitlich zurückgesetzt, jedoch nicht verworfen. Aufgrund der zentralen Lage Erfdes und der alternden Bevölkerung haben die Punkte "Mobilität und Wirtschaft" und deren Ziele, wie. z B. Verkehrsberuhigung und Sicherheit, Barrierefreiheit und Sicherung der Standortfaktoren, eine große Bedeutung und deshalb Vorrang. Die Ziele der Punkte "Infrastruktur, Natur und Freizeit, Ortsbild und Kommunikation und Vernetzung" sind jedoch keinesfalls aus den Augen zu verlieren. So wurde die Reihenfolge der "Schlüsselprojekte" der Handlungsfelder nach der Einschätzung der Wichtigkeit festgelegt. Die wiederum erfolgte durch Diskussionen und schriftliche Befragung der Teilnehmer aus der Bevölkerung. Für die Umsetzung der vielschichtigen "Schlüsselprojekte" sämtlicher Handlungsfelder muss im Laufe der Zeit die Förderfähigkeit geprüft werden.

Im Vordergrund steht aber nach wie vor ebenso das Bild des Ortskerns. So sollen brachliegende Grundstücke, Baulücken und Leerstände neuen Nutzungen zugeführt werden. Auch für den seit einiger Zeit leerstehenden "Gasthof Rahn" soll eine neue Lösung gefunden werden. In den letzten Jahren ist die Gemeinde Erfde von vier Gasthöfen mit Saalbetrieb auf einen reduziert worden. Ein Zustand, den nicht nur die Gemeinde, sondern auch viele Familien und Vereine bedauern. Da der "Gasthof Rahn" jedoch mitten im Ortskern liegt, hofft man in Erfde auf eine schnelle und unkomplizierte Lösung. Am Besten wäre natürlich ein neuer Betreiber für einen Gasthof, dem bis zum Schluss nicht nur die Bewohner Erfdes die Treue gehalten haben.

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