Rosinenbomber flogen für Frieden und Freiheit und waren in Jagel herzlich willkommen

17.06.2019

PvH

In diesen Tagen jährt sich das Ende der "Operation Airlift", gemeinhin als "Berliner Luftbrücke" bekannt, zum 70ten Mal. Die - selbst nach heutigen Maßstäben - unglaubliche menschliche und logistische Leistung, die hinter der "Berliner Luftbrücke" steht, ist seitdem bis zum heutigen Tag unerreicht. Bezüglich Hintergrundinformationen möchte ich in diesem Fall auch auf die folgende Internetseite hinweisen.

"Sie kommen"..... "Da hinten sind sie". Weit fern am Horizont waren kleine schwarze Silhouetten ebenso zu erkennen, wie auch das ferne und sonore Brummen der Doppelsternmotoren vom Typ Patt & Whiskey R-1830-92 zuhören. Sätze wie "Oh man, ich hab feuchte Augen", oder "Schau mal, meine Nackenhaare stellen sich auf" und "Das erleben wir nie wieder" .....

Ganz kleine schwarze Schatten bewegten sich um die Mittagszeit gemächlich auf den Flugplatz Jagel zu um hier zu landen.

Auf Grund des starken Windes bitten wir die schlechte Tonqualität zu entschuldigen

Die Besatzungen waren bei einer feierlichen Kranzniederlegung, zu deren Anlass den ca. 80 Todesopfern der Berliner Luftbrücke gedacht wurde ebenso anwesend, wie auch zahlreiche geladene Gäste aus den umliegenden Gemeinden. 

Oberst Conrath - Kommodore des Takt. LWG 51 Immelmann


Persönlicher Kommentar

Paul van Hoff

Zigtausende ehemalige Kriegsgegner sind von Beginn der Blockade durch die Sowjets bis in Herbst 1949 gemeinsam bis an die menschlich Leistungsgrenzen gegangen um eine ganze Stadt zu versorgen. Zu versorgen nicht nur mit Kohle sowie Lebensmitteln....nein, es wurden Bauteile für ein ganzes Stromkraftwerk, verpackt in Holzkisten, geflogen und hüben wie drüben wurden die Transportflugzeuge von unglaublich vielen Menschen be- und auch wieder entladen.

Des weiteren wurden zigtausende kranke Menschen, aber vor allem auch Kinder im Rahmen der "Aktion Storch" von den britischen Maschinen vom Typ DC-3, hauptsächlich über den noch heute existierenden Flugplatz Lübeck Blankensee aus Berlin ausgeflogen.

Man muss sich bei dieser Gelegenheit einmal die Leistungen der damaligen Transportmaschinen vergegenwärtigen. Dazu hilft am Besten ein Vergleich zu den heutigen Maschinen der Luftwaffe.

Die allgegenwärtige Transall kann ca. 16 Tonnen Last / 90 Menschen befördern. Beim neuen Airbus A 400 reden wir schon von einer Nutzlatz von 45 Tonnen. Eine DC-3 konnte seinerzeit gerade einmal ca. 3 Tonnen bzw. ca. 20-25 Menschen befördern.

Nun haben sich Besitzer von noch flugfähigen DC-3-Maschinen und Veteranen der Luftbrücke vor langer Zeit dazu entschieden nach 70 Jahren einen Sternflug in Deutschland zu organisieren. Ziel war es, von einigen der Flugplätzen im damaligen Westen hin nach Berlin zu fliegen und mit den "Rosinenbombern" vielleicht sogar in Berlin Tempelhof (damals Hauptflugplatz der Luftbrücke) zu landen. Diese Damen und Herren haben mehrere $ 100.000 in die Hand genommen, sind mit ihren über 70 Jahre alten Flugzeugen in mehreren Etappen aus aller Welt nach Deutschland gekommen.......... UND.....der Berliner Senat hatte schon im Vorfeld eine Landegenehmigung verweigert. Und nicht nur das.

Selbst einem Überflug über den ehemaligen Flugplatz Berlin-Tempelhof wurde keine Genehmigung erteilt - entsprechende Meldungen können Sie in allen Zeitungen verfolgen. Völlig unverständlich wird diese Abweisung besonders unter dem Aspekt, dass Bundespräsident Frank Walter Steinmeier die Schirmherrschaft über den Sternflug "70 Jahre Luftbrücke" übernommen hat.

Bei allem gebotenem Respekt, aber DAS verstehe wer will.

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