Seit 18 Monaten Ausbildung beim TaktLwG 51 in Jagel

25.10.2018

PvH

Im April 2017 wurde die Ausbildung der Tornado-Piloten aus dem amerikanischen Holloman/USA zum Fliegerhorst Schleswig-Jagel verlegt.

Was von vielen selbst ernannten Experten mit Begriffen wie "Fehlgriff" oder auch "Am falschen Ende gespart" als falsch bewertet wird, hat sich bei genauerer Betrachtung als richtiger Schritt erwiesen. Natürlich waren die Wetterbedingungen in den USA besser, und natürlich hatten die Piloten dort während ihrer Ausbildung nicht mit Bodenfrost, häufigem Regen, Windkraftanlagen oder gar Zugvögeln zu kämpfen.

Sicherlich ist auch die Lärmbelastung seit Frühjahr 2017 im Vergleich zu 2015/16 mehr geworden, das steht außer Frage. Aber die Gesamtzahl der Flugstunden, der Starts und Landungen liegt erheblich unter dem, was in den Jahren davor am Himmel über unserer Region vor sich ging.

Zu Erinnerung seien die 1980 und 1990ger Jahre genannt. Damals sind ab 6 Uhr 30 täglich 2-3 Dutzend Flugzeuge in Jagel gestartet und auch wieder dort gelandet. Von den zahlreichen Maschinen, die zudem noch aus Leck, Hohn oder von unseren NATO-Partnern kamen, einmal ganz zu schweigen. Verglichen also mit den "guten alten Zeiten" ist es heut zu Tage ziemlich ruhig am Himmel über unseren Dächern.

Das seit Juli 2017 von Oberst Kristof Conrath geführte Taktische Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann" ist der einzige fliegende Verband der Luftwaffe, der über die Fähigkeiten zur abbildenden und Signal erfassenden luftgestützten Aufklärung in der Lage ist.

Auf dem fast 700 Hektar großem Gelände sorgen ca. 2.000 Soldatinnen/Soldaten/zivile Angestellte für einen reibungslosen Ablauf des Flugbetriebes, was im Übrigen für die umliegenden Gemeinden auch einen sehr erheblichen wirtschaftlichen Faktor darstellt. Und das wird auch in der Zukunft so bleiben.

Denn während beim benachbarten LTG 63 in Hohn weiterhin alle Zeichen auf Dienstschluss 2021/22 stehen, sind bei den Immelmännern in den kommenden Jahren umfangreiche Modernisierungen geplant. Das betrifft sowohl den Flugplatz Jagel, als auch die "Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne" in Kropp, womit wir wieder beim wirtschaftlichen Faktor für Kropp und die umliegenden Gemeinden wären.

Außenstehende vergessen leider all zu gerne, dass die bisher in den USA ausgebildeten Piloten anschließend mehrere Wochen brauchten, um sich neu auf die Bedingungen in ihrem eigentlichen Einsatzgebiet einzustellen. Denn trotz aller Auslandseinsätze ist die Hauptaufgabe der Bundeswehr und damit auch der Luftwaffe nach wie vor die Verteidigung unseres Landes sowie die Menschen in unserem Land, sowie unsere Werte von Freiheit und Demokratie zu schützen.

Und natürlich wäre es wünschenswert. wenn ein solcher Schutz nicht explizit nötig wäre. Die Geschichte lehrt jedoch leider etwas anderes. Auch ein "Wasch mich aber mach mich nicht nass" ist und bleibt Wunschdenken.

© SL-Süd-Online 2018