Sunday for Future?

10.04.2019

SPR

"Friday for Future".... seit einiger Zeit sind diese drei Worte in aller Munde. Kinder und Jugendliche demonstrieren seit einigen Wochen an jedem Freitag und machen auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam. Und das nicht nur in irgendeinem Dorf oder einer kleinen Stadt am Rande des Weltatlas....nein...wir reden von mehreren 100tausend Kindern und Jugendlichen, die sich Gedanken um ihre Zukunft machen.

Und damit laufen sie offene Türen ein. Die Aufmerksamkeit, die diesen Kindern und Jugendlichen geschenkt wird, nimmt jede Woche zu. Doch die Meinungen darüber sind geteilt. Nicht alle stehen diesem Engagement positiv gegenüber. Während sehr viele Lehrer und Schuldirektoren mit Stolz auf ihre Schüler sehen und versuchen, gemeinsam mit den Schülern für das "Schuleschwänzen" am Demo-Freitag eine verträgliche Lösung zu finden, sind es leider gerade oft Politiker, die kein Verständnis zeigen.

Gerade aus den Kreisen, die sich viel eindringlicher mit dem Thema "Zukunft für unsere Kinder" auseinandersetzen sollten, hört man sehr oft nur Kritik am Verhalten der Schüler bezüglich des "Schuleschwänzens". Nur einige Angesprochene hören wirklich zu und lassen sich darauf ein. Fast könnte man denken, in der großen Politik herrsche die Meinung, Kinder und Jugendliche haben sowieso keine Ahnung - Wir wissen es besser. Aber: Es geht um die Zukunft unserer Kinder.

Und gerade die scheinen das besser zu wissen, als die Regierenden.

Doch es gibt da noch eine andere Seite. Denn immer öfter liest man jetzt auch von Eltern, die in Social Medias voller Stolz über das Engagement ihrer Kinder berichten. Sicher, so viel Einsatz und Zukunftsbewusstsein kann Eltern schon stolz machen. Aber - es geht zwar um die Zukunft der Kinder, doch müssten nicht eigentlich wir dafür schon etwas tun?

Wo sind die Eltern, Pädagogen, und alle andere Erwachsenen, die dem "Friday for Future" positiv gegenüber stehen? Und ich gebe zu, da schließe ich auch die Journalisten nicht aus, die darüber berichten. Wie wäre es denn mal mit einem "Sunday for Future" - einem Demotag der Erwachsenen für die Zukunft unserer Kinder?

Übrigens haben mein Lebenspartner und ich in den letzten Jahren selbst an zahlreichen Demos teilgenommen und haben friedlich unsere Meinung kund getan....denn DAS - und nur DAS - ist die Stärke einer funktionierenden und freiheitlichen Demokratie.

Nur vorm Fernseher sitzen und denken, "na, da sind ja schon genug andere  unterwegs".....oder gar in Internetforen anonym rumkrakelen ist der falsche Weg, und ein erbarmungswürdiges Beispiel für unsere Kinder.

Oder kurz gesagt:

Steht endlich selbst auf und schickt nicht länger Eure Kinder vor.....

© SL-Süd-Online 2019