Tattoos? Sehr gerne.....aber.....

20.12.2018

PvH

Geht man heute, im Jahre des Herren 2018, in ein Schwimmbad, eine Sauna oder auch nur mal zum Essen in ein Restaurant.....ok, es kann ja auch im Notfall mal ne Fritten Bude oder Mac-Doof sein, dann sieht man, oder auch Frau, dort mindestens 2-12 Menschen, die ein Tattoo haben.

Oftmals sieht man da auch wahre Kunstwerke. Ich rede jetzt nicht von der früheren Modeerscheinung Namens "Arschgeweih". Wofür man, oder wie schon gesagt auch Frau, sich so was kurz über dem besagten Körperteil in den Rücken piksen lässt, das erschließt sich mir wahrlich nicht.

Das sieht doch kein Mensch. Jedenfalls im Alltag. Selbst wenn Mann und Frau sich nackig machen und sich, in welcher Form auch immer, den Gelüsten der körperlichen Zweisamkeit nachgehen....man bräuchte immer einen Spiegel. Und Frau würde sich den Rücken verdrehen und müsste dann am nächsten Tag zum Arzt. Bandscheibenvorfall, oder im günstigsten Fall Hexenschuss. Wie albern ist das denn? Auch Tattoos im Gesicht gehen gar nicht - außer man gehört zu den Nachfahren neuseeländischer Ureinwohner. Das gilt auch für Hawai.

Damit kein falscher Eindruck entsteht. Ich habe keinerlei Probleme mit Tattoos. Ganz im Gegenteil. Jedenfalls wenn sie gut gemacht sind und vor allem keine politisch zweifelhaften Dinge darstellen.

Nun hat meine Frau auch so ein Tattoo. Aber am Handgelenk. Sind so ein paar Rosen und auch ich finde das sehr schön, zeigt es mir doch, dass sie Schmerzen ertragen kann und hart im Nehmen ist. Wobei es Angesichts der drei Kinder, die sie auf die Welt gebracht hat, bezüglich ihrer Leidensfähigkeit keines weiteren Beweises bedurft hätte. Sie sehen wirklich sehr hübsch aus, diese Rosen am Handgelenk.

Nun schenke ich ihr dennoch regelmäßig Blumen. Andere würden vielleicht sagen "Wieso Rosen? Hast Du doch selbst am Handgelenk?"

Auch ich trage mich seit längerem mit dem Gedanken mir ein Tattoo stechen zu lassen. Könnte auf diese Weise aller Welt meine Gedanken, oder auch meine Lebenseinstellung kund tun, jedoch fallen mir dazu zwei Dinge ein.

Zum einen das Wort "Stechen". Das tut weh. Macht aua. Und das will ich nicht, denn schließlich bin ich ja ein Mann. Selbst wenn eine Wespe auch nur in die Nähe unserer Terrasse kommt, fahre ich meine stärksten Flugabwehrgeschütze aus. Wobei mir die letzten Jahre ein Männerschnupfen immerhin erspart geblieben ist.

Zum Zweiten das Verbreiten einer wie auch immer gearteten Lebenseinstellung....heute nennt man das "Messsage". Muss das wirklich sein? Ich verstehe schon an der Supermarktkasse die vielen "Messages" in Form von irgendwelchen mit Flügeln verzierten Breitmaul-Kröten auf dem Oberarm eines Kunden, der an der Kasse vor mir steht, nicht.

Stichwort "Message"....welche hätte ich denn kund zu tun? Vielleicht "Ich bin ein Freigeist und sage immer was ich denke".... das wäre ein bisschen lang, dafür reicht mein Unterarm nicht. Und auf den Unterarm müsste mein Tattoo schon drauf, sonst würde es ja kaum jemand sehen. Chinesische Schriftzeichen wären vielleicht eine Lösung.

Aber ich habe noch keinen Chinesen gesehen, der sich in unserer Sprache einen Spruch wie "Nur die Harten kommen in den Garten" oder sonst was hat auf seinen Rücken tätowieren lassen.....denn für den Unterarm sind unsere Lebensweisheiten einfach zu lang. Und außerdem tuts ja "aua".... naja, zum Glücks gibt's auch Klebetattoos...die kann man ganz leicht wechseln....je nach der aktuellen Lebenseinstellung oder wenn sich der Name des LAG´s (Lebensabschnitts-Gefährten/in) ändert. So was soll ja mal vorkommen.

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