Unruhige Zeiten auf dem schönen blauen Planeten

19.07.2018

TPH

Es gibt Tage, da wache ich morgens mit einem Lächeln auf. Die ersten Sonnenstrahlen haben meine Nase gekitzelt, mein Blick geht nach rechts zu meiner friedlich schlummernden Liebsten rüber, und ich stehe auf und mache uns das Frühstück. Ich denke, was für ein schöner Tag, was für eine friedliche Gegend in der wir leben.

Was können wir nicht alles machen, ohne jemanden fragen zu müssen und ohne Angst zu haben, dass ob eines unbedacht oder auch bewusst geäußerten Wortes der Kritik an irgendwelchen Dingen, man plötzlich verhaftet wird... ja, wir leben wirklich in einem schönen Land - trotz so mancher Widrigkeiten und Dinge, die auch bei uns schief laufen. Man hat auch immer dass Gefühl, dass man sein Leben selbst in der Hand hat und auch Dinge beeinflussen kann....z.B. in dem man zur Wahl geht, oder sich in einem der vielen Vereine in der Umgebung einbringt...aber das nur am Rande.

Dieses Gefühl legt sich bei mir in den letzten Monaten jedoch spätestens, wenn ich die überregionalen Zeitungen aufschlage. Da ich ein sehr vielseitig interessierter und wissbegieriger Mensch bin, mache ich das seit ich denken kann. Schon lange vor meinem Abi, also noch vor dem Jahr 1982, hab ich mich dafür interessiert was auf dem schönen blauen Planeten so passiert.

Klar, es gab seit Menschengedenken immer wieder unruhige Zeiten auf unserem schönen blauen Planeten....keine Frage. Aber irgendwie waren viele Dinge der Weltpolitik bis vor kurzem doch wesentlich durchschaubarer und auch berechenbarer.

Wenn ich jedoch die letzten Monate mein Tablett-PC einschalte um mich in der Tagespresse zu informieren, kann ich mir das eigentlich schenken. Denn das, was man noch am Vorabend im TV an Statements eines gewissen Weltpolitikers - der nicht nur ob seines Vornamens sondern auch wegen seiner Sprunghaftigkeit ein Ureinwohner von Entenhausen sein könnte - das wird schon am folgenden Morgen völlig auf den Kopf gestellt. Mit oftmals sehr weitreichenden Folgen auch für uns in unserer schönen Gegend.

Und leider ist er mit diesem "Talent" nicht alleine. Mindestens eine Handvoll Protagonisten der aktuellen Zeit fallen mir ein, die ebenso reden und manchmal auch handeln. Und das Schlimmste ist, dass ich eben nicht mehr das Gefühl habe die Dinge z.B. durch Wahlen beeinflussen zu können.

Von der Macht, die irgendwelche Manager oder Vorstandleute in den Großkonzernen auch in unserem Land haben, will ich jetzt mal gar nicht reden.....

Was also tun? Nun, ich lese seit kurzem nur noch regionale Nachrichten und schaue nur noch regionale Magazine, die überwiegend über unsere schöne Gegend und dabei auch von schönen Ereignissen berichten.

Den Tablett-PC schalte ich nur noch für Sportnachrichten ein....und "ja" auch beim Fußball wird's wieder bessere Zeiten geben als zuletzt. Und die große weite Welt? Natürlich kann ich die nicht ganz ausblenden.... Nö, ich schaue beim Einkaufen im Vorbeigehen auf die Schlagzeilen des Tages der Zeitungen im Zeitschriftenständer....die Kollegen der Printmedien mögen mir bitte verzeihen...

Meine Liebste sagte letztens beim Blick auf eben diese Schlagzeilen mal zu mir: "Schau mal, morgen wird aus "Entenhausen" oder woher auch immer das genaue Gegenteil publiziert."

Meine Antwort war: "Tja, früher war nur das Brot von heute, morgen schon von gestern.... heute veraltet den Herrschaften das Wort jedoch schon im eigenen Mund".

Und seit ich mein neues "Leseverhalten" , zum Erstaunen meiner Liebsten, durch gehalten habe, muss ich meine anfänglichen Worte revidieren, wenigstens zum Teil.

Unruhige Zeiten auf dem schönen blauen Planeten - aber schöne Zeiten in unserer schönen Gegend ........     

.....in der wir in Freiheit leben können.......dürfen

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