Vereine in Not

08.03.2018

Vereine und Organisationen gibt es in diesem Land überall. Als Beispiel seien hier nur mal die Freiwilligen Feuerwehren, das THW und das DRK genannt. In fast jedem Ort kann man mindestens eine Organisation davon vorfinden.

Und sie alle arbeiten mit ehrenamtlichen Helfern. Menschen, die unentgeltlich ihre Freizeit dafür verwenden anderen zu helfen. Die sehr oft nicht einmal ein "Danke" oder ein "Lächeln" dafür erhalten, und die sich trotzdem nicht davon abhalten lassen.

Doch seit einiger Zeit klagen immer mehr Vereine und Verbände über Mitgliederschwund. Aber woran liegt das? Klar ist, dass die jungen Leute oft in die Städte auswandern. Der Weg aus dem Dorf zur Arbeit in irgendeiner Stadt ist oft weit. Das bedeutet: Früh morgens aus dem Hause, arbeiten, spät abends dann endlich wieder zu Hause. Am Wochenende möchte man ausruhen, also bloß keine zusätzliche Belastung. Also ziehen sie dorthin, wo auch die Arbeit ist.

Aber auch in Städten leiden Vereine und Organisationen Not an Helfern. Besonders die Vorstände der Vereine und Verbände klagen darüber, dass es kaum Jemanden gibt, der die Vorstandsarbeit unterstützen möchte.

Der Altersdurchschnitt in den Organisationen zeigt, dass die meisten Mitglieder aus den älteren Generationen bestehen. Ich war selbst dabei, als eine Dame gefragt wurde: "Hättest du nicht Lust, bei uns im Vorstand zu helfen? Du bist doch schon so lange Mitglied und weißt doch, wie alles läuft." Ihre Antwort war ganz deutlich: "Ich bin bereits 80 Jahre. Ich glaube, ich muss mir das wirklich nicht mehr antun." Das soll nicht bedeuten, dass 80-Jährige nicht mehr dazu in der Lage wären. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, hat diese Dame doch recht. Warum sollte man ihr nicht gönnen, dass sie sich aussuchen kann, was sie jetzt machen möchte?

Doch wo bleiben die Jüngeren? Sicher, es gibt auch Organisationen, die fest in der Hand der älteren Generation sind. Abgeben ist eben manchmal schwer. Wenn aber jüngere Leute bereit stehen, ist die Frage "Wer soll das denn machen?" nicht gerade berechtigt. Dann kann man nur sagen: Macht die Augen auf und gebt auch der nächsten Generation mal eine Chance.

Doch was kann man machen, wenn keine nächste Generation mehr zur Verfügung steht? Nicht selten liest man heutzutage von Ortsvereinen, die sich auflösen müssen, weil niemand mehr die Verantwortung übernehmen will. Dabei ist die Mitarbeit im Vorstand genauso wichtig wie an der "Front". Denn ohne Vorstand kann kein Verein existieren.

Ich kann darum nur an Alle appellieren: Seht euch doch dort, wo ihr wohnt, einmal um. Dann merkt ihr auch, wie viele Angebote die Vereine euch machen. Und ihr könnt sehen, welche Aufgaben die Ortsverbände in der Öffentlichkeit übernehmen. Aufgaben, die für Außenstehende oft viel zu selbstverständlich sind.

Informiert euch. Jeder gibt gern Auskunft über seine Aufgaben und seine Ziele.

Probiert es aus. Vielleicht merkt ihr dann selbst, dass es nicht immer ein "Danke" oder ein "Lächeln" sein muss um trotzdem helfen zu wollen. Opfert ein bisschen von eurer Freizeit um Andere glücklich zu machen und vielleicht seid dann gerade Ihr es, die dafür ein "danke" oder ein "Lächeln" erhalten. Und das ist es allemal wert.

Co/by Redaktion SL-Süd-Online 2018